Kreistagsentscheid zu den Linien 111 und 110

Frank Heimpel-Labitzke

Kreistagssitzung am 14.10.2026

Zu TOP 4 und 5 Einsparungen auf den Linien 111 und 110
(Es gilt das gespro­che­ne Wort): 

Sehr geehr­ter Herr Landrat, sehr geehr­te Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Verwaltung, sehr geehr­te anwe­sen­de Presse, sehr geehr­te Bürgerinnen und Bürger, lie­be Ratskolleginnen und Ratskollegen, 

Für uns Grüne ist ein guter öffent­li­cher Nahverkehr unver­zicht­ba­rer Bestandteil der Daseinsvorsorge. Wir wür­den ihn ger­ne wei­ter aus­bau­en, ins­be­son­de­re ins Hinterland und mit fle­xi­blen Angeboten wie Rufbussen. Unser Ziel ist ein all­tags­taug­li­cher ÖPNV, der eine ech­te Alternative zum Auto bietet.

Und wir soll­ten nicht ver­ges­sen: Nicht nur der ÖPNV kos­tet Geld. Auch der Autoverkehr ist für unse­re Städte und Gemeinden kei­nes­wegs kostenlos.

Gleichzeitig erken­nen wir die poli­ti­schen und finan­zi­el­len Realitäten in die­sem Kreistag an.

Wir haben den dama­li­gen zusätz­li­chen Sparauftrag für über­flüs­sig gehal­ten, weil wir davon aus­ge­hen, dass unse­re Verwaltung ohne­hin ver­ant­wor­tungs­voll und wirt­schaft­lich han­delt. Dennoch haben auch wir zuge­stimmt und tra­gen damit Verantwortung für die Folgen.

Entscheidend ist für uns, dass die beschlos­se­nen Einsparungen mit Augenmaß erfol­gen und unser im Grundsatz bereits sehr guter ÖPNV sei­ne Attraktivität behält. Dass dabei nicht jede Verbindung unver­än­dert blei­ben kann, gehört zu den Konsequenzen.

Für jede ein­zel­ne Verbindung gibt es gute Argumente. Das macht die Entscheidungen nicht ein­fa­cher. Umso wich­ti­ger scheint uns, dass wir die Auswirkungen auf das gesam­te Netz im Blick behal­ten. Denn Einsparungen wer­den nicht dadurch leich­ter, dass wir sie an eine ande­re Stelle verschieben.

Denn die­se Mittel feh­len dann an ande­rer Stelle. Und auch dort sind Menschen auf ver­läss­li­che Verbindungen angewiesen.

Aus unse­rer Sicht hat die Verwaltung die­se Abwägung mit gro­ßer Sorgfalt vorgenommen.

Die durch­ge­hen­de Linie 111 bleibt wäh­rend der tou­ris­ti­schen Hauptsaison erhal­ten, in der Vor- und Nachsaison wei­ter­hin die Verbindung zwi­schen Unteruhldingen und Salem.

Gleichzeitig sichern wir die Winterlinie 110 dau­er­haft ab. Das ist für Pendler und auch Schüler:innen wichtig.

Natürlich las­sen sich unter den beschlos­se­nen finan­zi­el­len Vorgaben nicht alle Wünsche erfül­len, auch unse­re nicht.

Zum Antrag der CDU: 
Wir ver­ste­hen den Wunsch, die Linie 111 auch in der Vor- und Nachsaison durch­ge­hend zu betrei­ben. Allerdings wür­de der CDU-Antrag nach den vor­läu­fi­gen Berechnungen rund 245.000 Euro weni­ger Einsparungen bedeu­ten. Uns fehlt dabei eine Antwort auf die Frage, wie dann die wich­ti­ge Winterlinie 110 finan­ziert wer­den soll.

Umso mehr schät­zen wir, wie sorg­fäl­tig die Verwaltung die unter­schied­li­chen Interessen und Möglichkeiten geprüft und abge­wo­gen hat. Wir wis­sen, dass dar­in viel Arbeit steckt.

Dafür möch­ten wir uns aus­drück­lich bedan­ken. Wir wer­den der Vorlage der Verwaltung zustim­men und leh­nen den Antrag der CDU-Fraktion ab.

Für die Fraktion

Frank Heimpel-Labitzke

Unsere Position zur möglichen …