Kreistagssitzung am 14.10.2026
Zu TOP 4 und 5 Einsparungen auf den Linien 111 und 110
(Es gilt das gesprochene Wort):
Sehr geehrter Herr Landrat, sehr geehrte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Verwaltung, sehr geehrte anwesende Presse, sehr geehrte Bürgerinnen und Bürger, liebe Ratskolleginnen und Ratskollegen,
Für uns Grüne ist ein guter öffentlicher Nahverkehr unverzichtbarer Bestandteil der Daseinsvorsorge. Wir würden ihn gerne weiter ausbauen, insbesondere ins Hinterland und mit flexiblen Angeboten wie Rufbussen. Unser Ziel ist ein alltagstauglicher ÖPNV, der eine echte Alternative zum Auto bietet.
Und wir sollten nicht vergessen: Nicht nur der ÖPNV kostet Geld. Auch der Autoverkehr ist für unsere Städte und Gemeinden keineswegs kostenlos.
Gleichzeitig erkennen wir die politischen und finanziellen Realitäten in diesem Kreistag an.
Wir haben den damaligen zusätzlichen Sparauftrag für überflüssig gehalten, weil wir davon ausgehen, dass unsere Verwaltung ohnehin verantwortungsvoll und wirtschaftlich handelt. Dennoch haben auch wir zugestimmt und tragen damit Verantwortung für die Folgen.
Entscheidend ist für uns, dass die beschlossenen Einsparungen mit Augenmaß erfolgen und unser im Grundsatz bereits sehr guter ÖPNV seine Attraktivität behält. Dass dabei nicht jede Verbindung unverändert bleiben kann, gehört zu den Konsequenzen.
Für jede einzelne Verbindung gibt es gute Argumente. Das macht die Entscheidungen nicht einfacher. Umso wichtiger scheint uns, dass wir die Auswirkungen auf das gesamte Netz im Blick behalten. Denn Einsparungen werden nicht dadurch leichter, dass wir sie an eine andere Stelle verschieben.
Denn diese Mittel fehlen dann an anderer Stelle. Und auch dort sind Menschen auf verlässliche Verbindungen angewiesen.
Aus unserer Sicht hat die Verwaltung diese Abwägung mit großer Sorgfalt vorgenommen.
Die durchgehende Linie 111 bleibt während der touristischen Hauptsaison erhalten, in der Vor- und Nachsaison weiterhin die Verbindung zwischen Unteruhldingen und Salem.
Gleichzeitig sichern wir die Winterlinie 110 dauerhaft ab. Das ist für Pendler und auch Schüler:innen wichtig.
Natürlich lassen sich unter den beschlossenen finanziellen Vorgaben nicht alle Wünsche erfüllen, auch unsere nicht.
Zum Antrag der CDU:
Wir verstehen den Wunsch, die Linie 111 auch in der Vor- und Nachsaison durchgehend zu betreiben. Allerdings würde der CDU-Antrag nach den vorläufigen Berechnungen rund 245.000 Euro weniger Einsparungen bedeuten. Uns fehlt dabei eine Antwort auf die Frage, wie dann die wichtige Winterlinie 110 finanziert werden soll.
Umso mehr schätzen wir, wie sorgfältig die Verwaltung die unterschiedlichen Interessen und Möglichkeiten geprüft und abgewogen hat. Wir wissen, dass darin viel Arbeit steckt.
Dafür möchten wir uns ausdrücklich bedanken. Wir werden der Vorlage der Verwaltung zustimmen und lehnen den Antrag der CDU-Fraktion ab.
Für die Fraktion
Frank Heimpel-Labitzke