Am 28.September wurde dem AUT vom Bau-und Liegenschaftsamt der Energiebericht für die kreiseigenen Liegenschaften in gewohnt hoher Qualität vorgelegt. Als Eckdaten des Energieberichts sind zu nennen:
- Witterungsbereinigter Verbrauch Wärme: 8.192 MWh, Reduktion zu 2024 um 9,7%
- Witterungsbereinigter Verbrauch Kühlung: 27 MWh, Reduktion zu 2024 um 7%
- Licht-/Kraftstrom: 3.631 MWh, Reduktion zu 2024 um 3,3%
- Emissionen: 1.659 Tonnen CO2, Reduktion zu 2024 um 2,5%
- Kosten: 2.533 Mio. Euro, Steigerung zu 2024 um 4,5%
Vor dem Hintergrund, dass sich der Kreis mit Unterzeichnung des Klimaschutzpakts Baden-Württemberg zur klimaneutralen Verwaltung bis 2040 verpflichtet hat wird deutlich, dass mit dem bisherigen Reduktionspfad dieses Ziel nicht erreicht werden kann. Dies ist ernüchternd, vor allem auf Grund der Tatsache, dass sich der Kreis mit zahlreichen Maßnahmen, zu nennen ist hier vor allem die Dienstanweisung Energie, engagiert auf den Weg gemacht hat, konsequent Energie einzusparen. An dieser Stellschraube lässt sich in Zukunft nur noch wenig drehen. Umso wichtiger ist der Fokus darauf, weitere effiziente Stellschrauben zu identifizieren. Insbesondere angesichts der angespannten Haushaltslage steht das Kosten-Nutzen-Verhältnis im Vordergrund.
Unsere Fraktion geht hierbei von folgenden Überlegungen aus:
Die kreiseigenen Liegenschaften von Verwaltung und Berufsschulen haben im Jahr 2025 die Menge von 1659 to CO2 emittiert. Bei 55,- bis 65,- € CO2-Steuer pro to CO2 hat der Kreis somit in 2025 ca. 100.000,- € für diese Abgabe bezahlt. Setzt man den Wert an, den das Bundesumweltamt für den tatsächlichen Ausgleich der gesellschaftlichen und ökologischen Schäden ansetzt, müssten wir mit 350,-€/to CO2 rechnen. Bei den Emissionen von 2025 wären das 580.000,-€. Das heisst, dass der Kreis mit weiteren Ausgaben von bis zu 480.000,- € nur aus dem Jahr 2025 zur Behebung zukünftiger Schäden rechnen muss. Bei Einbezug der Generationengerechtigkeit wäre sogar der Betrag von 990,-/to CO2 anzusetzen.
Das heisst für uns ganz klar: wir müssen mit den CO2 -Emissionen runter!
Um das zu erreichen gibt es zwei Handlungsfelder.
Erstens durch die Senkung des Verbrauchs. Das kann zum einen durch verändertes Nutzerverhalten und einer erneuerten Haustechnik (LED, Lüftung mit Wärmerückgewinnung, etc.) erzielt werden. Da hat die Landkreisverwaltung bereits sehr viel erreicht, aber dieses Potential ist bald ausgeschöpft. Zum anderen reduziert die energetische Sanierung der Gebäudehülle die Verbräuche und damit die Emissionen. Diese Investitionen sind in der Regel hoch und nur mittel- langfristig umsetzbar.
Das zweite, effektivste Handlungsfeld ist der Ersatz der fossilen Energieträger durch regenerative Energien, das heisst, dass wir die Erzeugung von Wärme und Strom umstellen müssen. Diese Maßnahmen sind ebenfalls recht kostenintensiv und bedürfen intensiver Planung und Abstimmungen.
Die finanzielle Situation des Kreises ist bekanntermaßen angespannt, so dass beide Maßnahmenfelder kaum gleichzeitig umgesetzt werden können. Unter diesem Aspekt sollte der Kreis dem Ersatz der fossilen Energieträger Priorität einräumen und in den Fokus nehmen.
Wir hätten dann zwar zunächst immer noch hohe Verbräuche, aber wir müssten weniger CO2-Steuer bezahlen, wir müssten weniger Geld für die Behebung von Schäden einkalkulieren und das würde einer echten Generationengerechtigkeit entsprechen.
Bei den kreiseigenen Liegenschaft sind die Hauptverbraucher das Berufsschulzentrum Friedrichshafen und die Verwaltungsgebäude. Beides Liegenschaften mit zentraler Wärmeerzeugung. Diese sollten dringend auf regenerative Energieträger umgestellt werden. Wenn der Verbrauch dann zu einem späteren Zeitpunkt auf Grund einer energetischen Sanierung zurück gehen sollte, könnte die überschüssige Wärme in ein Nahwärmenetz eingespeist werden.
Für die Fraktion
Silja Beck, Ulrike Lenski
Markdorf, den 7.10.2026
Den Energiebericht findet Ihr hier: https://www.bodenseekreis.de/fileadmin/03_umwelt_landnutzung/energie/downloads/energiebericht_2025.pdf