Jahresberichte, Gebührenanpassungen und mehr
(hs, 20.05.2026) Zu Beginn der Sitzung gab das Jugendhaus seinen Jahresbericht über seine vielfältigen Aufgaben und Tätigkeiten ab und erntete dafür Lob und Anerkennung vom Rat.
Anschließend stand der Jahresbericht des letzten Jahres neu geschaffenen Amts für Kultur und Tourismus auf der Tagesordnung. Für den Bereich der Bücherei sprach die Leiterin Cosima Kehle und erntete viel Beifall und wurde von unserer Fraktion insbesondere für den errungenen Preis beim MINT-Club in Zusammenarbeit mit der Wissenswerkstatt gelobt, aber auch für die insgesamt sehr professionelle Arbeit des gesamten Büchereiteams.
Für Wolfram Lutz war sein Bericht der städtischen Musikschule sein letzter Auftritt vor dem Gemeinderat, er geht in Ruhestand. Alle Fraktionen dankten ihm für zuverlässige Arbeit in der Musikschule und wiesen darauf hin, dass er seinem Nachfolger zwar große Fußstapfen, aber auch ein gut bestelltes Feld hinterlasse. Bemerkenswert war, dass er mit der Musikschule im Haushaltsjahr 2025 über 100.000 € unter dem Planansatz geblieben war und damit einen wertvollen Beitrag zur Haushaltskonsolidierung beigetragen hat.
Im Bereich Tourismus wies Amtsleiter Herr Fiesel auf rückläufige Übernachtungszahlen hin, weshalb hier Handlungsbedarf bestehe.
Hinterfragt wurde beim Weihnachtsmarkt, wie es zusammenpasse, dass im Prozess der Haushaltskonsolidierung auch dieser angesprochen worden sei und nunmehr berichtet werde, dass die Zahl der Stände von 30 (2024) auf immerhin 43 (2025) erhöht worden sei.
Festpräsident Herr Spleiß berichtete über das Montfortfest und dieses Jahr anstehende Änderungen. Wegen der Fußball-WM wird es kein Feuerwerk, sondern ein Public-Viewing geben.
Im Bereich Spectrum – Kultur in Tettnang erntete zunächst die in der Zuhörerschaft sitzende Simone Habeck Beifall für ihre Tätigkeit, solange sie diesen Bereich alleine handeln musste. Amtsleiter Herr Fiesel berichtete über die weitere Ausrichtung des Programmes. Aus dem Rat gab es hier kritische Nachfrage im Zusammenhang mit der zu spät einsetzenden Werbung für das „Lebendige Barockschloss 2026“, was mit zu Veranstaltungsabsagen beitrug. Unsere Fraktion hat hier auch Sorgen zum Ausdruck gebracht, weil das „Lebendige Barockschloss“ nicht nur zu spät beworben worden sei, sondern die Werbung auch kein schlüssiges Konzept habe erkennen lassen.
Im nächsten Tagesordnungspunkt wurde eine mäßige Erhöhung der Musikschulgebühren beschlossen. Unsere Grünen-Fraktion hatte hierzu in der Vorberatung im VA (Verwaltungs-Ausschuss) noch erfolglos den Antrag gestellt, dass die generelle Ermäßigung für Rentner:innen gestrichen werden solle. In Rente sein bedeute nicht generell arm zu sein. Die Grünen-Fraktion setzt sich dafür ein, dass bei sozialer Bedürftigkeit, egal ob in Rente oder nicht, eine Ermäßigung gewährt werden solle. Es gebe aber auch Rentnerinnen und Rentner, die über eine gute Rente verfügten und daher keine Ermäßigung in Anspruch nehmen müssten. Wir baten daher darum, sich bis zur nächsten Gebührenanpassung Gedanken darüber zu machen, wie soziale Bedürftigkeit ohne großen Aufwand zwecks Ermäßigung nachgewiesen werden könnte.
Eine weitere Gebührenanpassung wurde anschließend bei der Feuerwehr-Kostenersatz-Satzung beschlossen. Hier lag die letzte Anpassung schon mehrere Jahre zurück und fiel daher deutlicher aus.
In einer übersichtlichen Präsentation stellte die Verwaltung anschließend dar, in welchen Bereichen die Stadt Tettnang im Bereich der städtischen Kindertagesstätten freiwillig über die vorgeschriebenen Standards hinausgeht, um eine sehr gute Betreuung zu gewährleisten.
Melanie Friedrich berichtete über die Anlaufstelle für bürgerschaftliches Engagement, die zur Heimat zahlreicher Initiativen und Gruppen geworden ist und die am vergangenen Samstag ihr 10-jähriges Bestehen feiern durfte.
Im TOP 9 ging es dann um den Umzug der Gemeinschaftsschule in das StadTTforum und den anschließenden Umzug der Grundschule Manzenberg in das dann freiwerdende Gebäude der Gemeinschaftsschule. Allseits wurde dies als die beste und zukunftsträchtigste Lösung für die Schulentwicklung auf dem Campus Manzenberg angesehen.
Längere Diskussionen ergaben sich beim Tagesordnungspunkt „Hochwasserschutz Apflau – Vergabe der Bauausführung“. Die Vergabe ist mit außerplanmäßigen Ausgaben von über 300.000 € verbunden, was die Mitglieder des Gemeinderates erst am Tag vor der Sitzung erfuhren. Die Arbeiten wurden erst beschlossen, nachdem die Verwaltung eine konkrete Maßnahme aus dem Haushalt benannte, bei welcher Mittel in entsprechender Höhe eingespart werden können.
Über den Stand der Haushaltskonsolidierung, welche seit 2025 bearbeitet wird wurde nach Vorberatung im VA nur kurz berichtet. Dabei wurde zugesagt – eine nachdrückliche Forderung der Grünen-Fraktion – dass nach der Sommerpause in die Tabelle über die zahlreichen Maßnahmen endlich auch Werte eingearbeitet würden, so dass man in der September-Sitzung auch sehen könne, was die Konsolidierungsmaßnahmen tatsächlich in Euro und Cent bringen würde.
Der Jahresabschluss der Stadt zum 31.12.2024 wurde per Beschluss ohne weitere Aussprache festgestellt, nachdem dieser bereits im VA vorberaten wurde.
Alle Sitzungsunterlagen einsehbar unter: https://sessionnet.owl-it.de/tettnang/bi/si0057.asp?__ksinr=6345
Bildquellen
- Stadtratsfraktion Tettnang: © Hans Schöpf