Flächenmanagement in Salem – eine Ergänzung

Wie in der Ausgabe des vom 17, Dezember ange­kün­digt, möch­ten die GoL an die­ser Stelle noch­mals dar­le­gen, aus wel­chen Gründen wir die, vom Land geför­der­te Stelle eines Flächenmanagers/ einer Flächenmanagerin, für not­wen­dig erach­ten. Entgegen dem Eindruck, wel­che die Stellungnahmen von Herrn Härle erwe­cken kann, grün­det unser Antrag für die­se Stelle nicht auf der Annahme, es bestün­den in die­sem Bereich Versäumnisse der Verwaltung. Die Notwendigkeit ergibt sich in unse­ren Augen viel­mehr im Hinblick auf die zu erwar­ten­de hohe Bautätigkeit in Salem und den gestie­ge­nen Anforderungen bei der Ausweisung von Wohn- und Gewerbegebieten.

1. Erwartete hohe Bautätigkeit:

Eine erhöh­te Bautätigkeit für Salem erwar­ten wir auf Grund der Fortschreibung des Regionalplans.

Salem als Siedlungsbereich:

Wie bereits dar­ge­legt, sieht die Fortschreibung des Regionalplans die Festlegung als Siedlungsbereiche für die Teilorte Neufrach, Mimmenhausen und Stefansfeld vor. Durch die Festlegung von Siedlungsbereichen und Schwerpunkten des Wohnungsbaus soll die Bautätigkeit gezielt in die­se Gemeinden gelenkt wer­den. Hier über­nimmt der Regionalplan eine Lenkungsfunktion, um der Zersiedelung der Landschaft vor zu beu­gen. Zur Erreichung die­ser Ziele legt er Flächenzuschläge für die vor­ge­se­he­nen Kommunen fest. Auf Grund die­ser und den Prognosen des sta­tis­ti­schen Landesamtes (StaLa) für die Bevölkerungsentwicklung ergibt sich für Salem fol­gen­den Berechnung:

Laut StaLa ist für den Zeitraum der Planung des Regionalverbandes (RVBO) ein von einem Bevölkerungszuwachs von 215 rea­len Einwohnern aus zu gehen. Nach Berechnungsmethode des RVBOs ergibt sich hier­aus ein Flächenbedarf von 3 ha.

Die Flächenzuschläge, wel­che der vor­nimmt, wer­den zunächst in Einwohnern umge­rech­net. Hieraus ergibt sich ein Bevölkerungszuwachs von 637 fik­ti­ven Einwohnern mit einem Flächenbedarf von 8 ha. Dieser enor­me Flächenbedarf für fik­ti­ve Einwohner beruht in ers­ter Linie auf der Annahme, dass auf Grund von Singlehaushalten und dem erhöh­ten Wohnkomfort in mit mehr pro Person gerech­net wird. Diese extrem hohe Zahl macht ein­drück­lich deut­lich, dass hier, durch die Schaffung von attrak­ti­ven Wohnangeboten, erheb­li­ches Einsparpotential im Flächenverbrauch erzielt wer­den kann.

2. Gestiegene Anforderungen bei der Ausweisung von Wohn- und Gewerbegebieten:

Nach inten­si­ver Auseinandersetzung mit dem Thema Wohnen ist sich die GOL in einer Sache ganz sicher: Mit der Ausweisung von Neubaugebieten allein, ist es in Zukunft nicht getan! Die Anforderungen in öko­lo­gi­scher und sozia­ler Hinsicht sind enorm gestiegen.

Ökologische Aspekte:

Den ein zu däm­men und so gering wie mög­lich, zu hal­ten, ist unser erklär­tes Ziel bei jeg­li­cher Bautätigkeit. Als Schlagwort hier­für wird reflex­ar­tig ver­dich­te­tes oder Innenverdichtung genannt. In der Tat ist ver­dich­te­tes Bauen der wesent­li­che Baustein, um den Flächenbedarf zu ver­rin­gern. Das darf aber im Umkehrschluss nicht bedeu­ten, „ein­fach alles zu zu Knallen“. Gerade ver­dich­te­tes Bauen bedarf einer fach­kom­pe­ten­ten Planung, um die Wohnqualität zu sicher, um sich nicht unver­se­hens in einem Wohngebiet mit dem Charme einer Plattenbausiedlung wie­der zu fin­den. Wichtige Frage hier ist die des Gemeinschaftsgrün. Wie und wo wer­den gar­ten- oder park­ähn­li­che Strukturen ein­ge­plant? Das Gemeinschaftsgrün ist neben dem Erholungs- und Wohlfühlfaktor ein wich­ti­ges Element im sozia­len Bereich, als Treffpunkt, Bewegungs- und Spielbereich. In Zeiten des Klimawandels kommt die­sem Grün auch bei der Durchlüftung des Wohngebietes eine wich­ti­ge, tem­pe­ra­tur­re­gu­lie­ren­de Rolle zu. Aus die­sen Gründen sieht die GoL auch die Grünzäsur in dem Teilort Neufrach nicht als poten­ti­el­le Baufläche an. Bereits jetzt wird die Durchlüftung Neufrachs laut Klimaanalyse des RVBOs durch das bestehen­de ein­ge­schränkt. Dieser Effekt wird sich durch das Vorranggebiet für Industrie und noch ver­stär­ken. Mit dem kli­ma­wan­del­be­ding­ten Temperaturanstieg wer­den die inner­ört­li­chen Temperaturen im Sommer merk­lich ansteigen.

Thema :  Diesem auf allen Ebenen unse­rer Möglichkeiten ent­ge­gen zu wir­ken, sehen wir als unse­re Aufgabe. Aus die­sem Grund spielt für uns auch das ener­ge­ti­sche Konzept der Bebauung eine zen­tra­le Rolle. Damit ener­ge­ti­sche Konzepte für Häuslesbauer und Investoren nicht zu einer zusätz­li­chen finan­zi­el­len Belastung wer­den, gilt es bera­tend im Bereich Förderprogramme und Einsparpotentiale tätig zu sein. Hier sehen wir uns mit dem Beitritt zum EEA und der mög­li­chen Zusammenarbeit mit der Energieagentur Bodenseekreis gut gerüstet.

Soziale Aspekte:

Neben Barrierefreiheit, alters­ge­rech­tem Wohnen, Anbindung an die Infrastruktur u.a. ist der Aspekt bezahl­ba­rer Wohnraum unter sozia­len Gesichtspunkten für uns der Dreh und Angelpunkt. Aus die­sem Grund hat die GOL die Anfrage zur Art der Wohnbebauung in der Neuen Mitte und in Stefansfeld  an die Verwaltung gerich­tet. Im Ergebnis haben wir in der Neuen Mitte 208 Wohnungen geschaf­fen, davon waren 15 mietpreisgebunden.

In Neubaugebiet Stefansfeld wur­den ins­ge­samt 9 Wohnungen zu ver­güns­tig­ten Konditionen vergeben.

Diese Zahlen machen deut­lich, dass wir in Zukunft ein ver­stärk­tes Augenmerk auf die Anforderungen an Investoren beim Verkauf von Grundstücken rich­ten müs­sen. Die Auswahl der Inverstoren ver­stärkt im Hinblick auf Schaffung bezahl­ba­ren Wohnraum selek­tie­ren müs­sen, aber auch beim Zuschnitt der Grundstücke die Möglichkeiten des Geschosswohnungsbaus, der Modulbauweise des genos­sen­schaft­li­chen Bauens, auch in klei­ne­ren Einheiten, berück­sich­ti­gen müssen.

Für all die­se Anforderungen ist die Stelle eines vom Land geför­der­ten Flächenmanagers mit Sicherheit kein Allheilmittel. Wir sind jedoch der Meinung, dass die­se ein Baustein hät­te sein kön­nen, um uns für die Aufgaben, die vor uns lie­gen gut zu rüsten.

Wie Sie viel­leicht fest­ge­stellt haben, haben wir uns in die­sem Bericht auf die Bautätigkeit im Bereich Wohnbebauung beschränkt. Natürlich sehen wir auch im Gewerbebereich ein erheb­li­ches Betätigungsfeld für Flächenmanagement, den­ken wir nur an gemein­schaft­li­che Parkanlagen, die Möglichkeit eines Gewerbeparks für start ups und hand­werk­li­che Betriebe. Auch hier kom­men mit der Ausweisung des Schwerpunktes für Industrie und Gewerbe enor­me Aufgaben auf die Gemeinde zu. Um den Text im Umfang aber auch noch les­bar zu hal­ten, haben wir uns auf die Wohnbebauung beschränkt.

Für die GoL: Ulrike Lenski

Weitere Infos zum Flächenmanagement-Programm von Baden-Württemberg erhal­ten Sie hier:

http://wm.baden-wuerttemberg.de/de/bauen/landes-und-regionalplanung/flaechenmanagement/

GoL-Antrag zum Nachlesen: Flächenmanagement

Artikel kommentieren

Artikel kommentieren