Bericht aus der GR-Sitzung am 28.1.2025

Aus dem Tettnanger Stadtrat
Aus dem Tettnanger Stadtrat

(an, 29.01.2026) Unsere GR-Sitzung ges­tern war im Wesentlichen die Haushaltssitzung und man muss sagen, das Abstimmungsverhalten unse­res Gemeinderatess war eine Katastrophe.

Zunächst eine gute Nachricht: es wur­de eine Zweitwohnungssteuer mit einem Steuersatz von 25% auf die orts­üb­li­che Miete angenommen.

Aber dann gin­gen die Themen los, die uns schon den Kopf schüt­teln lie­ßen. Es muss­ten Gebühren für die Kinderbetreuung im Hort, an den Grundschulen und für die Ferienbetreuung beschlos­sen wer­den. Die SPD stell­te den Antrag, bei allen städ­ti­schen Betreuungsangeboten eine Sozialstaffelung nach Kinderanzahl ein­zu­füh­ren. Dies wur­de mit gro­ßer Mehrheit abgelehnt.

Bei den Gebühren für die Freibadnutzung sind wir ins­ge­samt deut­lich nach oben gegan­gen, auch weil die bei­den Bäder ja kei­ne Pflichtaufgaben sind und die Stadt sehr viel Geld kos­ten. Im Verwaltungsvorschlag war eine Familienkarte für Alleinerziehende vor­ge­se­hen, als Saisonkarte. Diese wur­de aber bei den Vorverhandlungen im VA gestri­chen. Mein Antrag, dann doch zumin­dest eine Saisonkarte für Familien mit einem Elternteil und des­sen Kindern ein­zu­füh­ren, damit nicht so viel Prüfaufwand ent­steht und die Alleinerziehenden den­noch ver­güns­tigt ins Freibad kön­nen, wur­de auch mit gro­ßer Mehrheit abgelehnt.

Auch wenn wir schon im Dezember als Konsolidierung einen Stellendeckel beschlos­sen haben, wur­de ges­tern noch­mal über ein paar bestimm­te Stellen abge­stimmt, die der Verwaltung als sinn­voll erschie­nen. Dabei waren drei Stellen, die auch uns unab­ding­bar fin­den: eine Integrationsmanagerin, eine hal­be Stelle für Seniorenarbeit, die das Programm Hilver ein­füh­ren soll­te, also ein Programm, mit des­sen Hilfe sich Senioren selbst gegen­sei­tig hel­fen und unter­stüt­zen kön­nen, und eine Stelle für IT-Sicherheit. Alle drei Stellen wur­den wie­der mit gro­ßer Mehrheit abgelehnt.

Und jetzt kommt die Katastrophe: erst wer­den all die klei­nen sozia­len Ausgaben abge­lehnt, und dann kom­men wir zum Hebesatz der Grundsteuer und plötz­lich sehen die bei­den gro­ßen Fraktionen doch aus­rei­chend Geld in der Stadtkasse, um Klientelgeschenke zu machen:
Schon im ver­gan­ge­nen Jahr hat­ten wir den Auftrag, den Hebesatz auf­kom­mens­neu­tral im Vergleich zur alten Grundsteuer zu gestal­ten. Das Land hat­te dazu einen Korridor berech­net, der dann kurz vor der Abstimmung noch­mal um 5 Punkte hoch ging. Wir bean­trag­ten eine Anhebung von 200 auf 205, die schon damals nicht durch­ging. Am Jahresende hat man gese­hen, wir hät­ten einen Hebesatz von 215 haben müs­sen, um auf­kom­mens­neu­tral zu sein, haben damit nun 30 000 € zu wenig eingenommen.

Um wert­mä­ßig die Grundsteuer von 2010 zu errei­chen, hät­te es 2026 eines Hebesatzes von 267 bedurft. Die Verwaltung hat aber, um die Bürgerschaft nicht zu sehr vor den Kopf zu sto­ßen, einen Satz von 247 vor­ge­schla­gen. Die FW bean­trag­ten 215, die CDU 230. Der Antrag der FW wur­de abge­lehnt, der Antrag der CDU eben­so, und zuletzt auch der Antrag der Verwaltung, sodass nun der alte Hebesatz von 200 gel­ten wird. Das wird nun ein Loch von 700 000 € in die Stadtkasse rei­ßen. Wir und auch die Verwaltung waren völ­lig ver­stört – ich will gar nicht schrei­ben, was mir so durch den Kopf ging.

Anschließend ging es noch um die Trasse der B30. Aktuell sieht es nach der Ost-Variante aus. Wie Grünen haben uns gegen den Vorschlag aus­ge­spro­chen, die­sen Ausbau vier­spu­rig zu machen, um irgend­wel­chem Rückstau vor­zu­beu­gen, da wir dage­gen sind, immer noch grö­ße­re Anreize für moto­ri­sier­ten Individualverkehr zu bie­ten. Stattdessen soll­te an die­ser Stelle der ÖPNV aus­ge­baut werden.

Und dann ging es nicht-öffent­lich weiter.

Soweit von uns vie­ren ges­tern Abend, Grüße von Hans, Peter, Andrea und Anja

Bildquellen

  • Stadtratsfraktion Tettnang: © Hans Schöpf