Statement zur Einladung der Flughafen Friedrichshafen GmbH an Fraktionsvorsitzende für den Erstflug nach Sylt

Das Bild zeigt die leere Ankunfthallle des Bodenseeairport am Ostersamstag, ein Termin, zu dem es eigentlich in der Bodenseereigion brummen sollte.
Frank Heimpel-Labitzke

Wie einem Video von Regio-TV, Zeitungsartikeln und social media posts zu ent­neh­men war sind Kreis- und Gemeinderäte meh­re­rer Fraktionen des Bodenseekreises bzw. aus Friedrichshafen der Einladung der Flughafen Friedrichshafen GmbH für die Teilnahme am Erstflug der Air Uniqon gefolgt. (https://www.regio-tv.de/mediathek/video/erstflug-nach-sylt-air-uniqon-erweitert-flugangebot-ab-friedrichshafen/). Für uns Grüne war und ist das sowohl aus öko­lo­gi­schen Gründen als auch aus Compliance-Gründen selbst­ver­ständ­lich nicht in Frage gekom­men. Im Grunde fin­den wir bereits die Einladung an sich sehr irri­tie­rend. Wir haben in der öffent­li­chen Ausschusssitzung des AFVK vom 14.07.2026 des­halb eine Erklärung abgegeben.

Erklärung

Sehr geehr­ter Herr Landrat Prayon, sehr geehr­te Mitglieder der Verwaltung, sehr geehr­ter Herr Krumm, sehr geehr­te Gäste, lie­be Kolleg:innen im Kreistag,

ich möch­te mei­ner Irritation Ausdruck ver­lei­hen, ver­bun­den mit einer kla­ren Bitte sowohl an Sie Herr Krumm, als auch an alle Kreisrät:innen.

Dieses Gremium hat, eben­so wie der Gemeinderat FN einen erheb­li­chen Zuschuss in Höhe von jeweils einer Million Euro jähr­lich an die Flughafen Friedrichshafen GmbH beschlossen.

Für den Erstflug der Air Uniqon nach Sylt hat die Geschäftsführung des Flughafens die Fraktionsvorsitzenden in bei­den Gremien „Auf ein Glas Sekt auf Sylt“ ein­ge­la­den. Wie Zeitungsartikeln mit Fotos und eini­gen Posts auf Social media zu ent­neh­men war, haben auch eini­ge Vertreter bei­der Gremien die­se Einladung angenommen.

Mir geht es im Moment nicht um die öko­lo­gi­sche Sinnhaftigkeit die­ser Einladung, und auch nicht um den mate­ri­el­len Wert des Flugtickets, son­dern um die Rollen, die wir ein­neh­men. Dieses Gremium ist nicht der Freundeskreis des Flughafens. Wir sind das gewähl­te Kontrollgremium der Bürger:innen und Bürger und zugleich Entscheidungsträger über erheb­li­che öffent­li­che Mittel. Zwischen die­sen Rollen braucht es eine pro­fes­sio­nel­le Distanz. Wer die­se Distanz ver­wischt, gefähr­det nicht nur das Vertrauen in ein­zel­ne Personen, son­dern in die Integrität kom­mu­na­ler Entscheidungen ins­ge­samt.
Ich fra­ge mich ernst­haft, wel­ches Signal wir damit nach außen sen­den. Wir erwar­ten von Bürgerinnen und Bürgern Vertrauen in unse­re Entscheidungen. Dieses Vertrauen ent­steht nicht dadurch, dass wir erklä­ren, wir sei­en selbst­ver­ständ­lich unbe­ein­flusst. In der Kommunalpolitik reicht es nicht, unbe­stech­lich zu sein. Wir müs­sen auch jeden ver­meid­ba­ren Anschein ver­mei­den, bestech­lich sein zu können.

Deshalb wün­sche ich mir, dass wir uns als Gremium gemein­sam com­mit­ten: Einladungen die­ser Art soll­ten künf­tig weder aus­ge­spro­chen noch ange­nom­men wer­den. Nicht, weil wir irgend­je­man­dem unlau­te­re Motive unter­stel­len, son­dern weil wir unse­re Unabhängigkeit sicht­bar wah­ren wollen.

Für die Fraktion
Frank Heimpel-Labitzke

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